Schmierblutungen in der Schwangerschaft

In der Frühschwangerschaft sind leichte Blutungen völlig normal und zumeist nicht besorgniserregend. Man spricht hier von sogenannten Schmierblutungen, von denen ca. ein Viertel aller Frauen zu Beginn der Schwangerschaft betroffen sind.

  • ca 3-4 Wochen nach der letzten Periode: Vor allem bekannt ist hier die „Nidationsblutung“, eine leichte Schmierblutung, die bei der Einnistung des Eis in der Gebärmutter (= Nidation) entsteht und völlig harmlos ist.
  • auch in der folgenden Zeit kann es zu leichten Blutungen oder Schmierblutungen kommen, vor allem dann, wenn man im Normalfall die Tage bekommen hätte – vor allem, wenn nicht genügend „Gelbkörperhormon“ vorhanden ist (kann man durch Einnahme von Gestagen ausgleichen, muss man aber nicht).
  • gesamte Frühschwangerschaft: durch die größere Durchblutung des Genitaltrakts während der Schwangerschaft kann es auch zu leichten Kontaktblutungen durch minimale Verletzungen beim Geschlechtsverkehr oder durch Ablösung von Schleimhaut aus dem Gebärmuttermund kommen. Dies ist jedoch ebenfalls völlig harmlos!

Allgemein gilt es, zu sagen, dass in den ersten Schwangerschaftsmonaten leichte Blutungen – wie in den oben aufgeführten 3 Fällen – völlig normal und unbedenklich sind. Schonen Sie sich einfach ein paar Tage mehr und schon ist wieder alles in Ordnung!

Sie sollten jedoch trotzdem Ihren Arzt davon in Kenntnis setzen! In seltenen Fällen nämlich könnten Blutungen auch gefährlich werden. Deswegen sollte der Frauenarzt mit Ultraschall oder per Blutprobe checken, was die Blutungsursache ist und kann Ihnen dann einen Ratschlag zur weiteren Verhaltensweise geben.

Gerade, wenn Sie zu den Blutungen hinzukommend krampfartige Bauchschmerzen haben, so könnte dies auf gefährliche Komplikationen hindeuten: eine extrauterine Schwangerschaft, zum Beispiel eine Bauchhöhlenschwangerschaft, eine drohende Fehlgeburt oder eine sogenannte Zervixinsuffizienz, also eine Schwäche des Gebärmutterhalses.

In der Spätschwangerschaft, also ab ca. der 20. Schwangerschaftswoche, können ebenfalls Blutungen auftreten, die jedoch stärker sein können als in der Frühschwangerschaft, ja sogar so stark wie bei einer normalen Periode. Auch diese Blutungen sind im Allgemeinen harmlos und ungefährlich. Ursache kann zum Beispiel eine kleine Verletzung, wie ein Polyp, am Gebärmutterhals oder eine Venenverletzung in der Scheide sein.

Achtung:

Sollten Sie in (oder kurz vor / nach) der 36. SSW sein, so kann eine Blutung in Kombination mit dem Abgang eines Schleimpfropfens ein erstes Zeichen der bevorstehenden Wehen sein. Dies wird als sogenanntes Zeichnen bezeichnet. In diesem Falle sollten Sie sofort einen Arzt kontaktieren, damit er gegebenenfalls die Geburtsvorbereitungen einleiten kann.

Vorsicht:

Auch in der Spätschwangerschaft gibt es in seltenen Fällen nicht nur die oben beschriebenen harmlosen Blutungen, sondern auch schwerwiegende Komplikationen, die sich in Form von Blutungen bemerkbar machen. Sie sind meistens schmerzlos.

Es könnte ein Hinweis auf eine Plazentaablösung sein, was sowohl für Mutter als auch für das Kind gesundheitsgefährdend ist. In diesem Fall können während der Ablösung auch Schmerzen auftreten. – Sofort einen Arzt rufen! Zudem könnten durch die Blutungen die Wehen ausgelöst werden und es somit zu einer Frühgeburt kommen. In solchen Fällen sollten Sie sofort in ärztliche Behandlung gehen!

Wichtig:

Besonders gefährdet sind hier Frauen, die in der Schwangerschaft unter Bluthochdruck oder Präklampsie leiden.